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1992 - 2020
28 Jahre entwicklungspolitische Arbeit

 

Martins – Projekt des Thomaeums:
von Hermann Schmitz † 30.03.2019
01.08.08     Klicks:2753     A+ | a-
Vier bis fünf Stunden dauert die Fahrt von der Hauptstadt Asunción in den 130 km nördlich gelegene Provinzort Juan de Mena, in dessen Nähe die „Ökologische Landwirtschaftsschule ´San Juan´“ liegt ...
Oder auch länger, je nach Wetter- und Wegeverhältnissen, denn bei Regen sind die letzten 45 km Erdstraße bis zur Schule eine reine Rutschpartie und nur mit einem „4X4“  -  einem vierradgetriebenen Fahrzeug  -  zu schaffen. Bei den zahlreichen Fahrten zu unserem Schulprojekt sind wir auch schon auf der Strecke geblieben, einmal mussten wir fast einen ganzen Tag lang auf „Rettung“ warten ....

Diesmal hat der Weg zwar noch tiefe Furchen vom letzten Regen, ist aber trocken. Kein Problem für den Toyota unserer Partner vom „Centro de Capacitación de Desarrollo Agrícola“ (CCDA), dem ländlichen Ausbildungszentrum, mit denen wir von der Pro Paraguay Initiative aus Kempen seit mehr als 10 Jahren kooperieren.
Wie üblich „reisen“ auch einige aus dem CCDA – Team auf der Ladefläche.

Für uns „gringos“ immer wieder ein willkommenes Abenteuer, sind diese Fahrten für unsere Partner einfach nur äußerst beschwerlich und zeitraubend. Sie warten darauf, dass endlich der „empedrado“, die neue Straße aus grob behauenen Steinen, fertig wird  -  mañana .....
Morgen soll in einem Festakt der Ausbau der Landwirtschaftsschule eingeweiht werden, der dringend notwendig wurde, weil das alternative Ausbildungsangebot der Schule immer mehr Zuspruch in der Region fand. Rund 6500.- Euro aus der      Martinssammlung 2005 des Thomaeum stecken als Eigenanteil der PPI in dem Projekt und machten eine finanzielle Aufstockung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) möglich. Wunderbar  -  so konnten wir die Summe vervierfachen!   Was war mit dem Geld geschehen?
Was würden wir den „Thomaeern“ berichten können?

Die Fahrt geht durch das Gelände riesiger „estancias“, vorbei an Tausenden von Rindviechern und Pferden, hin und wieder Strauße, Störche und Reiher, ein Gürteltier kreuzt den Weg, eine platt gefahrene Schlange liegt im Sand ....

Nach zwei Stunden und 40 km (ein guter Schnitt) erreichen wir die „Distrikthauptstadt“ Juan de Mena, ein Ort wie aus dem wilden Westen, mit seinen Sandwegen, auf denen sich wahlweise Kühe und Schweine tummeln oder Kinder im Sand  spielen.

Der Ort ist benannt nach einem weniger bekannten spanischen conquistador, Juan de Mena. Der Platz mitten im Ort aber trägt den Namen seines Stifters, „Plaza Lino Oviedo“, und der ist ein weitaus jüngerer Bürger:
Der berüchtigte Putschgeneral, der zur Zeit im Gefängnis sitzt, weil er Paraguay in die Steinzeit zurück putschen wollte, hat mit solchen aus Drogengeldern finanzierten  „Wohltaten“ versucht, seine politische Karriere zu befördern ....

Noch 15 Kilometer über immer roter werdende Erdstraßen, dann befinden wir uns im Gebiet der Landwirtschaftsschule, in der Kolonie „Regina Marecos“. Hier war kein Mächtiger der Namensgeber, sondern eine einfache, aber tapfere Kleinbäuerin, die mit Hunderten anderer „campesinos sin tierra“, Bauern ohne Land, um eigenen Grund und Boden für sich und ihre Kinder gekämpft hat. „La lucha por la tierra“ hat viele Opfer gefordert, auch Regina Marecos wurde ermordet.
Der „Kampf um Land“ war trotzdem nicht umsonst, viele Hundert Familien haben schließlich eigenes Land zugesprochen bekommen, und 1993 wurde die „Colonia Regina Marecos“ gegründet. Die Kinder der mutigen Campesinos haben den Nutzen.
Und ausgerechnet Alberto Marecos, einer der Söhne der Märtyrer – Mutter, wie sie auch genannt wird, läuft uns als einer der ersten über den Weg. Da steht er zwischen Mirta und Blanca, zwei seiner Mitschülerinnen, die sich heute in Schale geworfen haben, und Estefano alias „Wilmots“ auf seinem Pferd  -  wie immer im Schalke 04 – Trikot, von dem er sich nur ungern trennt .....
(Die ersten der äußerst begehrten blauen Trikots hatten wir im Jahr zuvor mitgebracht, was uns dieses Jahr mit einer weiteren Ladung Hemden passierte, ist eine eigene Geschichte wert. Sie ist so wahr wie unglaublich.
(Nachzulesen bei: unter „Berichte zu unserer Arbeit“!)

Die ersten „Häuser“ der Kolonie kommen in Sicht, es sind sog. „ranchos“, strohgedeckte Holzhütten mit Lehmboden, natürlich selbst erbaut. Bis zu einem Dutzend Familienmitglieder teilen sich 2 Räume, jede Menge Nutztiere gehören dazu.
Zehn ha hat jede Familie, das erscheint viel, ist aber unter dortigen Bedingungen notwendig. Die meisten Familien sind in einer Kooperative zusammen geschlossen, sie wirtschaften ökologisch und nachhaltig. Nur so sichert ihnen das Land auf Dauer den Lebensunterhalt. Zwei bis drei der zehn ha  des ehemaligen Waldgebietes hat jeder als Reserve erhalten.
Inzwischen haben die Bauern Elektrizität, und natürlich sind auch die ersten Fernsehapparate vorhanden. Für uns als Besucher besteht der größte Fortschritt, den der Stromanschluss mit sich bringt, in der Linderung durch einen Ventilator, bei oftmals  40 Grad ein Segen. Und die Campesinos können endlich Eis produzieren  -  zur Kühlung des Wassers, mit dem sie den kalten „tereré“ aufgießen, ihren geliebten Mate – Tee.

Bevor wir unser Ziel, die Landwirtschaftsschule, erreichen, will unser Fahrer Sixto, Leiter der CCDA, noch eine Flasche „caña“, Zuckerrohrschnaps der paraguayischen Machart, kaufen. Und tatsächlich, in dem kleinen „almacen“, dem Kramladen auf dem Land, wo es alles und nichts zu kaufen gibt, erstehen wir sogar eine Flasche „aristócrata“, einen Rum der edleren Sorte.
“Una fiesta sin caña es como una comida sin mandioca” (ein Fest ohne Rum ist wie ein Essen ohne Manniok), meint Sixto triumphierend. Das finden wir auch.
Die drei Mädchen im Laden bekommen jedes ein „chupetín“, wir sind immer wieder  berührt und ein bisschen beschämt, wie sehr sie sich über eine solche Kleinigkeit freuen.
Neben der Waage liegen im Plastiksack die unvermeidlichen „galletas“, runde Kekse, was aber nur die wörtliche Übersetzung ist. In Wirklichkeit ist es steinhartes, meist uraltes Gebäck, mit viel Chemie konserviert. Wenn wir es auf unseren Fahrten über Land oft als einziges Frühstück bekommen, brauchen wir endlos lange, bis sich unsere galletas im Mate – Tee wenigstens so weit aufgelöst haben, dass wir sie kauen können.
Mandioca, die stärkehaltige Knolle, und galletas sind bis heute Hauptbestandteile der Ernährung auf dem Land  -  beide füllen nur den Magen, nähren aber wenig. „Unsere“ Bauern haben die galletas fast ganz aus ihrem Speiseplan streichen können, ihre mandioca verwenden sie vielseitig und nur als Ergänzung.

Der Eingang zur „Escuela Agroecológica ´San Juan´ de Regina Marecos“ ist denkbar schlicht, mit seinen grob behauenen Pfosten und dem selbst gemalten Schild.
Und doch steht 50 m weiter eine richtige große Schule mit inzwischen acht Klassenräumen für zur Zeit achtzig Schüler. Wenn wir nur wenige Jahre zurück denken, da gab es nur eine Art „Freiluftschule“ unter Bäumen, mit wenigen Schülern.
Aber die Campesinoeltern wollten für ihre Kinder eine Zukunft auf dem Land sichern, und auch die einfachsten Bedingungen haben sie nicht abgeschreckt. Sie wussten  -  unterstützt durch unsere Partner, die landwirtschaftlichen Fachleute von CCDA  -  dass nur eine neue, alternative Wirtschaftsweise ihr (Über-)leben auf dem Land sichert und ihre Mädchen und Jungen nicht zwingt, vom Land in das Elend der Städte abzuwandern.

Es wird schon Abend, und die Schule ist ausgestorben, morgen erst ist der große Tag. Wir fahren ein Stück weiter, bis zu dem rancho der Familie des Schülers Diosnel, der am nächsten an der Schule wohnt. Bei ihm haben sich ein paar SchülerInnen versammelt, sie reden über den morgigen Tag und haben auch noch etwas vorzubereiten. Auch hier der Vergleich zu früheren Jahren: Aus schüchternen Landkindern sind engagierte junge Leute geworden, die durch die Erfahrung des mutigen Kampfes ihrer Eltern, durch das neue, ökologische Landwirtschaftsmodell und ihre eigene Beteiligung daran im Rahmen ihrer schulischen Ausbildung Selbstbewusstsein und Glauben an ihre Zukunft gewonnen haben.
Lockere Begrüßung, erste Fragen nach Kempen, der Name geht inzwischen leicht von den Lippen. Und die Schüler des Thomaeum? Kaum auszusprechen, dieses Wort, wir einigen uns wieder auf „Colegio Tomás“  ...  Und die Sammler von der „Fiesta de San Martín“?
„Mit dem Geld haben wir fast eine neue Schule gekriegt, ihr werdet staunen morgen!“  „Und wir konnten wieder den Schulausflug machen!“
Ute spendiert Cola-Ersatz, echte Coke gibt´ s nicht im almacen  -  zu teuer. Dazu galletitas, die mini- galletas, etwas weicher und süßer. Diosnel sitzt rechts von ihr.

Diosnel ist der älteste von neun Geschwistern, von denen noch sieben leben.
Zwei Zwillingsbrüder sind schon vor längerem bei der Geburt gestorben, das erste  Kind seiner Schwester Clara starb erst vor drei Monaten, ebenfalls kurz nach seiner Geburt.
Als wir uns bis zum nächsten Tag verabschieden, bleiben wir noch einmal an der Grabstelle mit ihren drei Kreuzen vor dem rancho stehen. Mit weißen Kacheln versehen und unter einer Art Laube, ist das Grab von Diosnels Geschwistern und seiner Nichte  besonders „schön“ gestaltet.
Eine letzte Ruhestätte für die „angelitos“, die kleinen Engelchen, wie sie hier genannt werden, befindet sich vor beinahe jeder Hütte auf dem Land. Obwohl sich in Regina Marecos schon vieles verbessert hat, ist die Kinder- und Müttersterblichkeit immer noch viel zu hoch, in der kleinen Gesundheitsstation geht nicht viel.
Für heute Abend  -  genau drei Monate nach dem Todestag  -  lädt Diosnels Familie alle Nachbarn zu einem „rezo“ ein, einer Art Gebetsritual für das letzte „Engelchen“, das Kind der ältesten Tochter Clara. Da es keinen Priester gibt, wird eine in religiösen Dingen erprobte Nachbarin die Zeremonie, eine Art Dreimonatsamt, übernehmen. Wir kommen natürlich auch und erleben eine beinahe gespenstische nächtliche Trauerfeier. An die hundert Personen versammeln sich unter einem strahlenden Sternenhimmel. Als die endlos gemurmelten Gebete in der kühlen Urwaldnacht verklungen sind, bekommt jeder zuckersüßen heißen Mate - Tee mit Milch, dazu verteilt Diosnels Schwester Clara,
traurige junge Mutter, das zu Tier- und Obstfiguren geformte Maisgebäck, mit dem die ganze Grabstätte geschmückt wurde.
Wir bekommen Bananen aus Maisstärke, Schweinefett und Käse und essen schweigend mit. Die Zeremonie rührt uns an, der trauernden Mutter scheint sie gut zu tun.

Früh am nächsten Morgen sind wie mit einer Gruppe SchülerInnen unterwegs auf dem weitläufigen Schulgelände. Hinter dem langgestreckten Holzgebäude, in dem Schulküche und Gemeinschaftsessraum untergebracht sind, geht es in die „Huerta Ecológica Educativa“  den ökologischen Lehrgarten der Schule.
An der Stirnseite des Essraums ist das Schulsymbol aufgemalt: Zwei Schüler mit der Sonne, der Pflanze und dem aufgeschlagenen Lehrbuch. Der Halbkreis darüber ist aus bunten Händen gebildet, die wir Jahre zuvor in einer künstlerischen Aktion mit Thomas Niermann aus Kempen gemeinsam hergestellt hatten: „Manos Unidas“, Hand in Hand, so sollte die solidarische Verbindung zwischen Kempener und hiesigen Schülern symbolisiert werden. Für die 80 Mädchen und Jungen der Landwirtschaftsschule ist dieses Symbol außerordentlich bedeutsam.

Hier, im Schulgarten, aber auch auf Versuchsfeldern und auf der heimatlichen „finca“, lernen die SchülerInnen Methoden des ökologischen Anbaus. Einige Stichworte sind: Gründüngung, diversifizierter Anbau, Direktsaat, organischer Dünger, eigenes Saatgut, Halbschatten, effiziente Bewässerung u.s.w.
 
Neben der praktischen Ausbildung erwerben sie natürlich auch theoretisches Wissen über die verschiedensten Bereiche der  „ökologischen Wirtschaftsweise”. Und das ist nur der agrar – technische Zweig der Schule, der normale, humanistische Lehrplan, wie ihn jede Sekundarschule hat, kommt hinzu. So haben die Schüler manchmal bis zu 50 Wochenstunden  -  und das Erstaunlichste: Keiner beschwert sich!
Inzwischen haben sie eine eigene Schülerkooperative gegründet, in der sie ihre selbst produzierten Möhren, Paprika, Bohnen, Papaya, Bananen u.s.w. vermarkten.

Um 12 Uhr werden die ersten Gäste zur Einweihungsfeier erwartet. Schon den ganzen Morgen wird Fleisch    zersägt, Gemüse geschnitten, Riesentöpfe mit Suppe brodeln auf offenem Feuer. Auch der deutsche Botschafter samt Ehefrau aus Asunción hat sich angesagt, wir hatten ihn für einem Besuch in Juan de Mena gewinnen können. Ob sein Fahrer mit dem dicken Mercedes die Strecke schafft?

In der Kooperative in der Nähe der Schule will sich am Nachmittag die neue Vereinigung landloser Campesinos der Region vorstellen. Eine Gruppe von Schülern   -  es sind die älteren  -  bereitet dort den Programmpunkt vor, sie haben den landlosen Bauern bei der Gründung geholfen, schließlich haben sie Erfahrung aus dem erfolgreichen Kampf ihrer Eltern gesammelt, die können sie weiter geben. Auch jede Menge Organisationstalent haben sie entwickelt.

Durch die Landwirtschaftsschule ist auch ein verändertes Verhalten zwischen den Generationen entstanden: Die Jugendlichen hatten früher vor allem eins zu tun, nämlich zu gehorchen. Jetzt haben sie über Jahre gelernt, sie haben Kenntnisse erworben, über die ihre Eltern oftmals nicht verfügen. Sie sind es jetzt, die ihr Wissen weiter geben, das gibt ihnen ein Selbstwertgefühl, das ihnen früher gänzlich fehlte. Sie  merken, dass sie in ihrer Gemeinschaft etwas verändern können, zum Wohle aller, das macht sie stolz.

Der Respekt der Kinder und Jugendlichen gegenüber den Alten geht deshalb nicht verloren: Noch immer sieht man, auch in Regina Marecos trotz der „neuen Zeiten“, ein altes Begrüßungsritual, wenn jung und alt sich begegnen. Die/der Jüngere nähert sich der/dem Alten mit erhobenen und gefalteten Händen und verharrt in dieser Haltung, bis die/der Ältere den Segen gibt. Auf dem Bild begrüßen sich Elba und Teodora, die Bäuerin   teilt nur einen eher angedeuteten Segen aus und fasst Elbas Hand, als wolle sie sagen: “Ist schon gut, mein Kind, wir brauchen das nicht mehr ...“
Ist es nun Fortschritt oder ein Verlust, wenn dieses alte Ritual bald verschwindet?

Der Botschafter Dr. Horst-Wolfram Kerll hat die Anreise geschafft! Da steht er hinter einer Schülergruppe neben seinem Sekretär, in der Mitte habe ich mich versteckt.
Er ist übrigens wirklich ein prima „Kerll“  -  und rein zufällig auch noch Schalke – Fan. Nicht zu glauben: Da steht er gleichsam inmitten seiner Mannschaft!
Jede/r SchülerIn hat ein Original Schalke-Hemd als Gastgeschenk von uns  bekommen. Wirklich jeder??? (Wie gesagt, Genaueres unter www.proparaguay.de )
In seiner Rede lobte der deutsche Diplomat die Anstrengungen und Erfolge dieser Bildungseinrichtung. Er sei sehr beeindruckt und bereue nicht, acht Stunden Fahrt auf sich genommen zu haben. Er vergaß auch nicht, die solidarische Martinsaktion der Kempener Thomaeer zu erwähnen  -  und bekam stürmischen Applaus!

Vorher hatte Dr. Kerll einen ausgiebigen Rundgang  durch Garten und Schule gemacht, und zusammen mit den über hundert Besuchern waren wir auch auf der finca, dem heimatlichen Versuchsfeld, einer Schülerin gewesen. Erstaunlich, wie selbstbewusst die 17jährige Alicia ihre Arbeit zu erklären wusste.
Ebenso bewundernswert erläuterten Schülergruppen an einzelnen Stationen verschiedene Aktivitäten der Schule, mit Plakaten und Ausstellungsstücken. Was auch dabei besonders auffiel, war das gleichberechtigte Handeln der Mädchen  -  in Paraguay keineswegs eine Selbstverständlichkeit! Und ihr freies Reden!  (Meine Frau meinte sogar, da seien sie den Jungen voraus, was ich ihnen lieber nicht gesagt habe ...)

Was konnte man nun aber an baulichen Erweiterungen der Landwirtschaftschule sehen? Vier neue Klassenräume samt Einrichtung waren entstanden, ein neues Schulbüro und ein Raum für Schulleiterin Raquel Fernández, dazu eine Schulbibliothek (Botschafter Kerll hatte Material zu Deutschland gestiftet  -  eine Riesen – Deutschlandkarte ziert die Bibliothekswand, und zwischen Düsseldorf und der holländischen Grenze haben wir gemeinsam das fehlende Kempen eingezeichnet ...). Für Mädchen und Jungen gibt es jetzt endlich anständige Duschräume und Sanitäranlagen, der Essraum ist verbessert und hat statt eines Lehmbodens nun einen Estrich  -  und schließlich ist das gesamte Schulgelände mit einer stabilen Umzäunung versehen, Diebe und wühlende Schweine haben es nun erheblich schwerer. Alles ist neu gestrichen, sieht freundlich aus und ist geräumig.
Übrigens: Einen großen Teil der Arbeit haben die Eltern und Schüler selber geleistet, umso mehr ist dies nun „ihre“ Schule!

Wir verabschieden uns von Elena und Dionel, stellvertretend für alle achtzig.
Wir sollen von ihnen und ihrer Schule in Kempen erzählen. Das versprechen wir.
Ihren großen Dank an die Schüler des „Colegio Tomás“ sollen wir weiter geben. Nichts lieber als das. Sie würden sich gern austauschen mit ihren fernen deutschen Freunden. Aber sie haben auch ein wenig Angst, ob sie schon so weit sind.
Sie wünschen sich weiterhin unsere Solidarität, brauchen weitere Hilfe.
Sind die Erwartungen an uns zu groß? Wir sollten gemeinsam darüber reden.

Es wird Zeit für die Rückfahrt. Und es wird Zeit, dass die befestigte"Straße" für die letzten 45 km nach Juan de Mena endlich gebaut wird! Dafür wollen auch unsere Landwirtschaftsschüler demnächst demonstrieren. Sie haben schließlich gelernt, dass nur der etwas erreicht, der seine Rechte kennt und dafür kämpft.

Ausbildungszentrum für ländliche Entwicklung (CCDA)

Hilfsverein Solidarität - Solidaridad

Fundación Vida Plena

Kinderstation Hospital Barrio Obrero

Fundación Celestina Pérez de Almada

Padre Oliva - Bañados del Sur

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