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1992 - 2020
28 Jahre entwicklungspolitische Arbeit

 

Von Boa Vista nach Manaus (Abenteuer Amazonashafen)
von Hermann Schmitz † 30.03.2019
16.05.07     Klicks:2297     A+ | a-
Fast achthundert km sind es von Boa Vista bis Manaus, der Nachtbus soll 12 bis 14 Stunden brauchen, genau kann man das auf dieser Strecke, der BR 174, nicht sagen  -  Strassenzustand, Wetter oder auch schon mal Strassensperrungen durch indianische Aktivisten spielen eine Rolle.
Fast auf ganzer Länge nämlich durchquert die BR 174 die Reservate von vier verschiedenen Indianerstämmen, welche die Durchfahrt durch ihr Gebiet gewissermassen „dulden“.
Doch es kommt wieder mal anders, bzw. das Hindernis ist ein anderes:
Nach ca. 600 km  -  es beginnt gerade zu dämmern über dem dichten Urwald, der die Strasse säumt,  -  bremst der Busfahrer abrupt ab, wie vor ihm schon der Lastwagen,  und das ziemlich heftig.
Vorn auf der Strasse steigt Qualm auf, dann nehmen wir auch einen Feuerschein wahr.  Brennt der Wald? Kaum denkbar bei dem regnerischen Wetter.
Wir steigen aus, der Beifahrer sichert nach hinten die Strasse ab, die in Nebelschwaden liegt, und sehen etwa 50 m vor dem Lastwagen eine Strassensperre aus Baumstämmen und brennenden Autoreifen.Wir sind in „Nueva Jerusalem“, einem kleinen Urwaldort mit „weissen“ Bewohnern.

Erwarten  die „Neu Jerusalemer“ die Ankunft Jesu? Angesichts der in der Morgendämmerung versammelten Gestalten  -  die Männer in einfachster Kleidung, mit breitkrempigen Hüten auf dem Kopf und bärtigen, sonnenverbrannten Gesichtern, die Frauen in bunten Röcken und Kopftüchern, die Kinder schon in der Morgenkühle halbnackt  -  würde eine Jesusfigur auf einem Esel nicht weiter verwundern, Palmzweige, um seinen Weg zu bereiten, sind zur Genüge vorhanden.
Selbst gemalte Plakate klären aber schnell über die Ursache des unfreiwilligen Stopps auf, sie tragen Aufschriften wie:
„Brasilien ist gut für Gouverneur Lins, aber schlecht für die
Foto by Hermann Schmitz
Brasilianer“, ein anderes: „Wer Amazonien schaden will, lässt die BR 174 in ihrem Zustand!“ Wie Recht haben die Neu-Jerusalemer! Alle haben den miserablen Zustand dieser wichtigen Lebensader Amazoniens am eigenen Leibe erfahren, alle kennen sie den korrupten Gouverneur Lins und wissen, dass Bundesgelder für die Reparatur der BR 174 schon geflossen sind, nur nicht für den gedachten Zweck.
Foto by Hermann Schmitz
Die Busfahrer sind denn auch nicht etwa sauer über die Sperrung, kennen sie doch am besten die Schreckenspiste, die mit Schlaglöchern gepflastert ist, welche ihnen alle Fahrkünste abverlangen. Auch die Fahrgäste sind nur mässig erregt, ein Einzelner ereifert sich wegen eines geplatzten Termins, er wird freundlich belächelt.
Jetzt wird eine Lautsprecheranlage aufgebaut, und der Anführer des Protestes formuliert drastisch den gerechten Zorn des biblischen Ortes. Unterschriften werden gesammelt, auch ich trage mich natürlich ein, denn in den letzten 10 Stunden habe ich schliesslich genau erfahren, um was es geht.
Volksfeststimmung kommt auf, Verbrüderungen, Diskussionen, erstes Kreisen von Bierflaschen. Frauen des Ortes nutzen die Gunst der Stunde und haben im Nullkommanichts Snacks zubereitet, die sie an improvisierten Ständen verkaufen. Ich meinerseits nutze die Zeit, um das verschlafene Jerusalem zu erkunden, werde überall freundlich begrüsst, mein entscheidender Beitrag zur Sanierung der BR 174 hat sich bereits herum gesprochen.
Nach 3 Stunden ist der Spuk vorüber, der Fahrer jagt den Mercedes-Bus nach Manaus, mit derart abrupten Slalomeinlagen, als fahre er ein normales Auto.

Nichts, aber auch absolutamente nada deutet in dem als Delinquenzmetropole verschrienen Manaus auf Gefahren irgendwelcher Art hin, wenn man von dem Risiko absieht, von den wilden Haufen der Autofahrer über den selbigen gefahren zu werden
Das gar nicht palastige „Hotel Palace“ liegt mitten im Zentrum, gegenüber  der Busbahnhof und die Matriz-Kirche, gleich danach die quirlige Esplanade voller Essens- und Verkaufsstände, und nur ein paar Schritte weiter der Flusshafen am Rio Negro mit dem Wirrwarr an Schiffen und Booten aller Art und Grösse.

Hier kann man sich verlieren in dem durchaus geordneten Chaos, in dem sich Passagiere, Anlieferer, Lastenträger, Verkäufer und viele mehr durcheinander bewegen, dass einem schwindlig wird. Aber hier kennt jeder seinen Weg, nur ich stolpere herum und bin bisweilen lästig, die Brasilianer nehmen es mit Geduld hin.
Überhaupt gilt es ja zu begreifen, dass man als Tourist in aller Regel nicht unbedingt herbei gesehnt wird, sondern im besten Fall freundlich ertragen. Das muss einen nicht kränken, vielmehr gehört es zur touristischen Reifeprüfung, nicht mit der Hoffnung herum zu laufen, irgendwelche Leute hätten auf einen gewartet.
Das ist auch gut so, denn die schönen, völkerverbindenden Begegnungen kann man dann auch als etwas Besonderes, nicht Selbstverständliches, schätzen.
Und wenn man wirklich mal der Meinung ist, die Fremden sollten einen doch bitte jetzt auf der Stelle wahrnehmen, kann man sich ja anbieten, irgend jemanden freundlich ansprechen  -  dann bekommt man meistens die benötigten Streicheleinheiten.
Ungeschicktes Verhalten, ja sogar einen gewissen Mut zur Tolpatschigkeit an den Tag zu legen ist dabei gar nicht so verkehrt, das geht zusammen mit dem Bedürfnis vieler Fremdländer (bei den Brasilianern ist das jedenfalls nach meinen Beobachtungen so), gegenüber Touristen eine Art Kindchenschema anzuwenden. So ist es sicher beruhigend, gut portugiesisch zu können, stört aber bei der daraus folgenden Basiskommunikation nur: Einem brabbelnden Kind hilft man ja auch unmittelbarer als einem Erwachsenen.
Umgekehrt gilt, dass Kinder für den Alleinreisenden ausgesprochen gut für die mitunter doch einsame Seele sind. Ich habe allein in den letzten Tagen viel von Kindern bekommen, von ihrer Offenheit und Ehrlichkeit, ihrer Neugier  -  ja sogar ihrem Verständnis. Das geht auch ganz ohne Worte, in manchem Kinderblick glaubte ich auch schon die Frage zu lesen: „Was macht dieser fremde Mann denn hier bei uns?“ und „Wie mag es dem wohl gehen?“ Je abgelegener der Ort, um so intensiver sind solche Begegnungen.

Die Docks in Manaus, hinter  altehrwürdigen Markthallen am Rio Negro gelegen, der ja erst ein gutes Stück weiter gen Westen zum Rio Amazonas wird, passen sich dem Pegelstand des Wassers an und sind auch für Seeschiffe gemacht.
Das farbenprächtige Bild aber geben die „gaiolas“ ab, die „Vogelkäfige“, kleinere Holzboote mit buntem Anstrich,  mit Fähnchen und Aufschriften aller Art (meist religiöse Bekenntnisse wie: „Gott fährt bei uns mit“). Ihre gemütliche Bötchenform    und             das satte, vertrauenerweckende Tuckern ihrer Motoren sind ihr Markenzeichen. Auf grossen Plakaten stehen Zielort und Abfahrtzeiten des Schiffes, und wenn man auf der Karte nachschaut, erkennt man so ziemlich alle Orte im riesigen Amazonas-Flusssystem wieder. Die Strecke Manaus – Belèm von rund 1000 km und einer Fahrtzeit von 5 - 7 Tagen ist dabei keineswegs die längste.

In den Kosten  -  für das letztgenannte Beispiel ca. 80 Euro  -  sind 6 Tage und 6 Nächte Fahrtzeit, drei Schiffsmahlzeiten (essbar!), Trinkwasser, Cafezinhos, Gepäckmitnahme und der garantierte Hängemattenplatz enthalten. Kommt das Schiff nachts am Zielort an, darf man selbstverständlich in Ruhe an Bord ausschlafen, so hat man Hotelkosten gespart.
Vom Fliegen abgesehen, ist dies auch die schnellste Art (die preiswerteste sowieso) zu reisen, denn fast alle einstmals mit Pomp gefeierten neuen Amazonasstrassen sind inzwischen kaum oder nur zeitweise befahrbar, Bussekapern gehört ausserdem zu den möglichen weiteren unangenehmen Reisebegleiterscheinungen.

Im „Museo do Indio“, von Ordensschwestern eingerichtet, fällt mir wieder die de facto zynische, in der Absicht bestenfalls gut gemeinte Art und Weise auf, mit den indianischen Brüdern und Schwestern umzugehen:
Alles in der Präsentation der Stücke und  der Texten ist zwar nett gemacht, manches sogar liebevoll dargeboten  -  und gleichzeitig von einer hilflosen Arroganz derer gekennzeichnet, die zu wissen vorgeben, was besser für die Ureinwohner ist. Mission impossible? Hier noch nicht.
Und da sind wir ja alle mit von der Partie. Ich erinnere mich an den klugen venezolanischen Völkerkundler, der sich zu den Backpackern in Santa Elena verirrt hatte: „Ich habe jahrelang mit venezolanischen Indigenen gearbeitet, sie waren mein wissenschaftliches ´Material´, wie sie Material der Missionierung durch die katholische Kirche waren und sind. Ich habe sie sehr achten und wertschätzen gelernt für eine Form zu sein und zu leben, die ich allerdings bis heute nicht begriffen habe  -  trotz all meiner Forschungen. Niemals bin ich wirklich an ihre Art zu denken und zu fühlen heran gekommen. Wir können das einfach nicht.“

Absage an Indianerromantik mindestens, Anerkenntnis gar eines sozusagen vorgegebenen Scheiterns?  Indianerpolitik? Wie geht die? Keiner weiss es.
Aber der Papst weiss wenigstens, dass die „indianischen Brüder und Schwestern in stiller Hoffnung auf die Botschaft Jesu gewartet haben ..“ Das ist kein Zugeben von Unkenntnis, was ja aller Ehren wert wäre, sondern eine beispiellose Unverschämtheit. Der Papstspruch würde wohl nicht mal ins „Museo do Indio“ von Manaus passen.

Was ich gar nicht wusste: Es gab auch einen deutschen „Kautschukbaron“!
Der Knabe hiess Waldemar Scholz und hat sich um 1900 einen Palast bauen lassen, der diesen Namen, im Gegensatz zu meinem mickrigen Hotel, auch wirklich verdient. Steht man davor, erst recht aber beim Durchschreiten der Gemächer, bekommt man einen Eindruck vom Glanz dieser Epoche. Scholzens Waldemar war dabei.
Für mich das Beeindruckendste am „Palacio Rio Negro“ aber war der Speicher. Der junge Mann hatte meine Neugier bemerkt und die kleine Holztüre aufgeschlossen, die zu einem wahrhaften Söller führte  -   dieser Ausdruck passt viel besser  -   der in mir Erinnerungen an Söllerabenteuer aus Kindertagen wach rief. Leider war er sehr aufgeräumt, verheissungsvolles altes Gerümpel hätte ihm besser gestanden.

Am nächsten Morgen habe ich mir ein Frühstück im „Tropical Hotel Manaus“ gegönnt, d. h. es wurde mir gegönnt, da ich vorher eine Besichtigung als „agente de viagem“, als der ich mich unter flüchtigem Vorzeigen eines alten, abglaufenen Ausweis gern ausgebe, angeboten bekam und das Frühstück als Dreingabe.
Auch mal schön, so bei den Reichen (und leider nur mässig Schönen) hoch oben auf der blumenprächtigen Terrasse zu sitzen, mit Blick auf das schwarze Meer des Rio Negro, welcher leider wegen der verspätet einsetzenden Trockenzeit seine prächtigen Flusstrände noch nicht frei gegeben hatte. Und ich gestehe es: Ich genoss es, so zu tun als gehöre ich dazu, die schrägen Blicke zu bemerken, die gähnende Langeweile und Saturiertheit zu spüren, die den meisten Gästen dieser teuren Nobelherberge ins Gesicht geschrieben stand  -  und zu wissen, dass ich sie gut wieder verlassen kann.

Es wird immer noch gestritten, ob Caruso nun wirklich an der Oper in Manaus gesungen hat oder nicht. Ganz unstreitig aber macht  sich die Vorstellung gut, dass es so gewesen sein könnte.
Fast alles an diesem heute wie damals imponierenden Prachtbau wurde aus Europa importiert, die Kautschukgelder hatten den Grössenwahn befördert, die noch originellere amazonische Variante war ja der legendäre Fitzcarraldo. Der war aber wirklich da.

Wahrzeichen ist unbestritten die in der Sonne glänzende Kuppel mit ihren verschiedenfarbigen lothringischen Dachpfannen. Und wie kommt man da rein? Nein, heute keine Besichtigung, aber morgen Abend singt ein amerikanischer Gospelchor, da können Sie gern kommen  -  freier Eintritt!                    Und so habe ich die altehrwürdige, voll funktionsfähige und mit legendärer Akustik gesegnete Oper doch noch gesehen und erlebt  -  und der Chor mit den schwarzen Sängern in seinen Reihen passte ja auch irgendwie, wenn man bedenkt, mit wessen Schweiss all dieser verschwenderische Luxus bezahlt wurde.

Die Früchte Brasiliens sind so zahlreich, dass es schon kaum gelingt, nur diejenigen einer bestimmten Region aufzuzählen. In Manaus war ich in einer „Lanchonete“, einer Art Imbiss, die 24 verschiedene Fruchtsäfte anbietet, manche davon übrigens auch dickflüssig, wie der lilafarbene Açaí-Brei. Dieser Saft aus den kleinen Beeren des Açaí-Strauches ist der Renner im Bundesstaat Pará, allenthalben sieht man Brasilianer sich mit dem energie- und vitaminreichen Getränk stärken.
Am liebsten mochte ich Milchshake mit Maracujá, und zwar an einem Stand, der das köstliche Getränk nicht genau kalkulierend glasweise verabreichte, sondern  -  zum gleichen Preis  -   in einer Art Haushaltsbecher ausgab, aus dem man sich dann noch mal gut nachfüllen konnte. Das sind die kleinen Freuden des Reisenden, wo ihm solches widerfährt, da fühlt er sich gut aufgehoben.

Überhaupt bildet man ja auch in einer fremden Stadt recht schnell und gern Gewohnheiten aus, entwickelt Vorlieben und macht sich seine Umgebung kurzzeit- vertraut, das kann an einem Milchshake liegen (gern auch an der netten Frau, die ihn ausschenkt) oder daran, dass der immer wieder aufgesuchte Platz einen wohlig an ähnliche Plätze erinnert. Nunja, und dann ist der Radius, den man bewältigen kann, eben auch sehr begrenzt.
Mich zieht es freilich am stärksten an Orte zurück, an denen mir ein nettes Lächeln oder ein freundliches Wort geschenkt wurden  -  da wird selbst ein ansonsten anonymer Platz ein Stück heimelig, wem geht es nicht so.
Als Glück habe ich es erlebt, wenn Kontakte mit Einheimischen über den Charakter einer freundlichen Begegnung (was auch immer wieder schön ist) hinaus gehen:

Der Taxifahrer in Belèm, 37 Jahre alt, ist eigentlich Student, aber das nur abends und wie es seine Pflichten als Familienvater mit Frau und zwei Kindern gerade erlauben. Er steht mit seinem Taxi vor der Einfahrt zum Hotel Tropical Amazonas, ich gehe schon an ihm vorbei, nonchalant seine freundliche Einladung überhörend, was brauche ich ein Taxi, die Linie 120 fährt doch zurück ins Zentrum, für 25 Cent. Donnerwetter, da steht ja gleich ein Dutzend der blauen 120er Busse!
Und die stehen wirklich, weil sie nämlich streiken!
Es geht um bessere Arbeitsbedingungen, ein Fahrer erklärt mir:“ Hier am Endpunkt der Linie, wo wir unsere Pause haben, gibt’s noch nicht mal einen Raum, in dem wir uns aufhalten können. Und zum Kacken müssen wir in die Büsche, ist doch ´infrahumano´!“ („Untermenschlich“ sagt der Brasilianer ...)
Also zurück zum Taxi, von meiner Arroganz geheilt. Nimmt der mich überhaupt noch mit?
Nun, am Ende nimmt mich Orlando sogar mit nach Hause, später, als wir uns wiederholt vorm „Palace“, wo er seinen zweiten Standort hat, wieder sehen, zusammen fahren und uns anfreunden. Erst holen wir seine Tochter von der Amazonia-Schule ab. Für die muss er eine Menge Schulgeld bezahlen.

Wie kommt man zum Taxifahren, als Student der Philosophie, der über Nietzsche und Kant zehnmal mehr weiss als der Deutsche auf seinem Beifahrersitz? Mit Orlando lerne ich  viel von Kant und-portugiesisch!
„Ich bin verschuldet, fahre seit 4 Jahren Taxi, 12 Stunden am Tag, die halbe Nacht studiere und lese ich, das Wochenende ist für meine Familie.
Bald bin ich frei, ich konnte mir jetzt sogar einen eigenen Wagen kaufen und muss nicht mehr den Grossteil Einnahme an den patrão abgeben.“
Der brasilianische Staat erlässt dem Taxifahrer 39% auf den Neukauf eines Wagens, „...seit Lula dran ist“, so Orlando. Er ist ganz erstaunt, dass sein VW-Fox auch in Deutschland auf den Strassen ist.
„So kleine Wagen fahrt ihr in Alemanha?“
Dass mein Lupo noch kleiner war, passt nicht zu seinem Bild von mir und Deutschland. Deutsche Philosophen sind ihm vertrauter.   „Eschoppenauerrr....“
Orlando schämt sich ein bisschen, dass er vorm Tropical steht und Fahrgäste von der edleren Sorte chauffiert. Fast entschuldigend sagt er:
„Ich brauche ein bisschen Ruhe nach drei Überfällen, die ich hinter mir habe, das erste Mal die Tageseinnahmen weg und fast ein Messer im Bauch, weil ich noch so blöd war, mich wehren zu wollen. Beim zweiten Mal war auch der Wagen des patrão weg ...“  -  jetzt erwarte ich natürlich noch eine Steigerung, Krimigeschichten in Brasilien haben immer etwas sich Überbietendes  -  „....und das letzte Mal war es ein Überfall von dieser komischen Sorte, die unglaublich klingt: Der Typ brauchte nur mein Auto für einen Raub, hat sich fast entschuldigt und mir gesagt, wo ich mein Auto und den Schlüssel wieder finde.“
Orlando fand sein Auto tatsächlich wieder, samt einem Zettel mit Dankesworten und einem Geldschein für den verbrauchten Sprit.
Und jetzt fährt er also erst mal vor allem Ausländer, denen er mehr vertraut.
Orlando wird mir unvergessen sein, nicht nur wegen dieser Geschichte.

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