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1992 - 2020
28 Jahre entwicklungspolitische Arbeit

 

Bundespräsident Köhler auf Staatsbesuch in Paraguay
von Hermann Schmitz † 30.03.2019
16.03.07     Klicks:3927     A+ | a-
Ankunft mit der verspäteten TAM aus Buenos Aires, im letzten Abendlicht erkennt man noch, wie auf einer Landkarte, die Umrisse des nahe bei Asunción gelegenen Ypacaraí-Sees. Schönes Bild  -  leider nur von oben, denke ich noch, da setzt die Maschine schon rumpelnd auf, und das vertraute Geräusch vieler Landungen auf dem Asuncioner Flughafen ist da. Und zwar dauerhaft bis zum Stillstand der Maschine, denn der bei Piloten gefürchtete „Aeropuerto Pettirrossi“ hat nicht nur kein Radar, sondern auch Pisten, die eine Vorahnung auf die Straßen der Hauptstadt geben  -  genau so wellig, löcherig, kaputt.

Noch mehr Uniformierte mit ihren Knarren, noch mehr trotz großer Hitze schwarz gewandete Geheimdienstler als sonst empfangen uns  -  welche Ehre!

Ach ja, eine Stunde später soll ja unser Bundespräsident aus Alemania landen, der von den paraguayischen Zeitungen in den nächsten Tagen wahlweise in Host Kohler, Kolher oder auch Koeler umgetauft werden wird, nur eine Zeitung schafft es schließlich, eine Tastatur um ein richtiges deutsches ö anzureichern ...

Was werden die Zollbeamten uns dieses Mal klauen wollen?

Vier schwere Koffer haben sie zur Auswahl, die großzügige TAM - Fluggesellschaft hat 100 kg Fluggepäck bewilligt. Schalkehemden sind dieses Mal nicht dabei, womöglich würde sich ja ein Beamter an die Hemdenklaustory vom Vorjahr erinnern und sich rächen wollen. Lächerlich? Vielleicht, aber in Paraguay ist nichts undenkbar.

Aber wir haben  Massen an Paracetamoltabletten dabei, diese im von einer Dengue-Epidemie gebeutelten Paraguay zur Zeit begehrte und knappe Medizin  zur Fiebersenkung und Schmerzbekämpfung. Das wird sie vielleicht begehrlich machen, die Zollhaie vom Pettirrossi. Die Dokumente des Medikamenten- Hilfswerks MEDEOR, welche die Medizin als Schenkung an die Kinderstation des staatlichen Hospitals „Barrio Obrero“ ausweisen, werden sie sicher unbeeindruckt lassen.

Das Gepäckband setzt sich quietschend in Bewegung und fördert tatsächlich alle vier Koffer aus den Katakomben des Flughafens zu Tage. Das ist schon mal nicht schlecht und auch keineswegs selbstverständlich.

Als ich unser erstes Teil vom Band hebe, legt mir ein Uniformierter  seine Hand auf die Schulter. Ich erstarre  -  aber als ich mich umdrehe und sein Gesicht und die schwarzgelockten Haare sehe, entkrampft sich etwas in mir: Den kenne ich doch .... „No me reconoces, soy el marido de Ana ..!” Natürlich, der Mann einer der Töchter einer befreundeten Familie, Ana Mongelós.

Marco ist bei einer Antiterrortruppe, keiner weiß, was er da genau treibt, aber ist das jetzt nicht ganz einerlei, wo er doch gekommen ist, um uns „rauszulotsen“.

Kurze Aufforderung an einen Kofferträger, der packt die Sachen auf den Kuli, dann an der Schlange vorbei zu einem Schalter, kurzer Blickkontakt Marcos´ mit dem Beamten, Stempel in die Pässe gehauen, begleitet von freundlichem „Willkommen in Paraguay!“ (Du meine Güte, das haben wir noch nie erlebt, ist schon fast peinlich), weiter zum Diplomatenzoll, wieder Blicke und Zeichen, und dann rauschen wir mit Sack und Pack, Marco an der Seite, zum Ausgang, wo uns Freund Oscar und die mit den vertrauten Gerüchen geschwängerte schwülwarme Luft erwartet. So schön kann Korruption sein!

„Paraguay  -  país de las maravillas!"  Wunderland Paraguay.....

Die jungen Leute aus Deutschland, eine Studentin und fünf Studenten, sind alle gern Gäste in der Pension, die auch wieder unsere Herberge für die nächsten zwei Monate sein wird. Sie begrüßen uns freundlich, wir finden alle auf Anhieb sympathisch. Sie absolvieren Praktika im Wirtschaftsministerium, bei der deutsch-paraguayischen Industrie- und Handelskammer, an der deutschen Botschaft  -  und zwei von ihnen sind Volontäre bei der „Aktuellen Rundschau“, dem hiesigen Käseblatt für die deutsche Gemeinde. Es wird also ganz sicher bestimmt noch viel Austausch und spannende Gespräche mit ihnen geben.

Im Inneren der Pension ist manches verschönert und verbessert, außen hat das große Gebäude einen frischen gelben Anstrich erhalten, wir ziehen in unser altes Zimmer im kleinen Innenhof mit der Palme und den blühenden Goldkelchen und Hibiskussträuchern. Die IKEA- Lampen zieren bald wieder unser Zimmer.

Und wo sind die Mosquitos, besonders die von der Sorte „aedes aegypti“ mit ihren Unterarten, deren Stiche das gefürchtete Dengue-Fieber auslösen?

Noch keine gesichtet, aber das heißt gar nichts. In den nächsten Tagen begleiten uns unzählige Geschichten von Kranken, von leichteren bis sehr schweren Fällen der in Paraguay inzwischen ja endemischen Krankheit, die bereits mindestens 50.000 Menschen befallen hat. An die zwanzig sind an der hämorhagischen Unterart gestorben, die mit inneren Blutungen einher geht.

Die zuständigen Behörden Paraguays, allen voran das Gesundheitsministerium, bekommen die Epidemie nicht in den Griff, die Bemühungen sind völlig unzureichend, im besten Fall hilflos. Gerade sind wieder ausländische Experten eingetroffen, dabei spielt auch die Sorge auf ein Übergreifen der Dengue auf Nachbarländer eine Rolle.

Der Großraum Asunción ist bislang am meisten betroffen, aber inzwischen werden immer mehr Fälle aus dem ganzen Land gemeldet. Die Hauptstadt ist eine einziger Müllhaufen   -  pardon, aber so ist es, die Zeitungen bilden täglich diese bestürzende Realität ab, und man kann es selber überall erleben.

Die Larven des Denguemosquitos bilden sich, und zwar rasend schnell, in jedweder Wasserstelle, so klein sie auch sei, am liebsten im Dunkeln -  und gemeinerweise auch in sauberem Wasser.

Es ist diese Mischung aus Armut, mangelnder Hygiene und Ignoranz bei der Bevölkerung (aber auch bei Amtspersonen!), aus Untätigkeit bzw. Unfähigkeit der zuständigen Stellen und der alles überwölbenden korrupten Strukturen, die   aus dem Denguefieber eine Epidemie gemacht haben, die man offensichtlich nicht mehr stoppen kann.

„Ya te agarró el dengue? Hat dich das Denguefieber schon erwischt?“ ist zur Standardfrage geworden, quasi zur Begrüßung. Und wenn der Gefragte nicht bereits selber Opfer war, so weiß er mindestens eines oder mehrere aus der eigenen Familie oder dem Freundeskreis zu benennen.

Und jeder hat seien eigene Theorie zur Epidemie  -  bis hin zu kompletter Leugnung oder auch zu Verschwörungstheorien. So war ein Taxifahrer ernsthaft überzeugt, dass Feinde Paraguays (die Argentinier?, die sind meist an allem schuld) die Epidemie im Land auf geheimnisvolle Weise ausgelöst haben.

Wir einigen uns auf Fernando Lugo als Schuldigen, Ex – Bischof und Präsidentschaftskandidat, dem wird zur Zeit von seinen politischen Feinden sowieso alles Erdenkliche und Undenkbare angehängt, warum nicht auch die Dengue-Epidemie ......

Das „Museum der Erinnerung“ liegt an der Avenida Chile in Paraguays Hauptstadt Asunción und ist Erinnerungs- und Gedenkstätte für die Verbrechen der Stroessnerdiktatur und für ihre Opfer. Es wurde der paraguayischen Regierung nach zähem Ringen abgetrotzt, ist es doch genau in dem Gebäude untergebracht, in dem zahllose Regimegegner verhört und gefoltert wurden, der sogenannten „Técnica“  -   bis zum heutigen Tage ein  berühmt- berüchtigter Name.

So reicht auch dem Taxifahrer die Angabe „Ex-Técnica“ als Fahrtziel völlig aus, und bald stehen wir mit einigen anderen frühen Gästen bei drückend feuchter Hitze vor dem ehemaligen Folterzentrum, an dem nur eine schlichte Tafel mit der Aufschrift „Museo de la Memoria“ seine heutige Funktion verrät.

Ein makabres Ambiente, denn genau gegenüber befindet sich das „Dritte Polizei – Kommissariat“, vor dem sich ein halbes Dutzend Uniformierter demonstrativ gelangweilt lümmelt und so tut, als sei der unmittelbar bevorstehende Besuch des deutschen Bundespräsidenten das Normalste von der Welt.

Als würde dies noch nicht reichen, fragt mich jetzt einer von ihnen, warum denn der „Presidente de Alemania“ gerade diesen Ort aufsuche, er solle sich doch lieber um wichtigere Dinge in seinem Land kümmern ....

Gastgeber von Horst Köhler ist heute jener Martín Almada, der den Terror der Stroessnerdiktatur am eigenen Leib erlitt und als Überlebender alles tut, um dem Vergessen und Verschweigen in seinem Land entgegen zu wirken. Dafür hat er u. a. den alternativen Nobelpreis erhalten.

Noch eine halbe Stunde bis zur Ankunft des Präsidenten, die Aufregung wächst. Auch Martín Almada und seine Frau Maria Stella, Leiterin des Museums, sind angespannt und nervös, es bleibt aber noch Zeit für eine herzliche Begrüßung. Martíns Besuch in Kempen als Gast der „Pro Paraguay Initiative“, liegt ja nicht allzu lange zurück.

Er erkundigt sich vor allem nach den „nietos“, den Enkelkindern. Und er will wissen, ob die Schüler des Gymnasiums Thomaeum sich noch an seinen „Menschenrechtsunterricht“ erinnern, was ich ihm bestätigen kann.

Dann bekommen wir die Plakette für die „erlaubten“ Gäste angeheftet, sehr wohl zu unterscheiden von den „Erlauchten“, die dann mit Köhler im Gesprächskreis sitzen dürfen ...

Wir sind allemal zufrieden, dabei zu sein beim Staatsspektakel  -  und vor allem freuen wir uns mit dem inzwischen 70jährigen Martín Almada über diese Unterstützung seiner Arbeit von höchster deutscher Seite (an der übrigens der deutsche Botschafter Horst-Wolfram Kerll gehörigen Anteil hat).

Sagte ich Spektakel? Da tauchen die schwarzen Limousinen auf, flankiert von den weißen BMW-Motorrädern der Polizei. Noch im Ausrollen springen die Präsidentenbullen mit ihren MP´s aus den Wagen, riegeln ab, schubsen weg, bahnen Horst Köhler und Gattin nebst Komitee den Weg. Martín und seine Frau werden beinahe mit in den Strudel gerissen, der sich dann am Eingang doch etwas beruhigt, damit die Begrüßungszeremonie ordnungsgemäß absolviert werden kann..

Die Fotografen werden in den hinteren Teil des Museums verbannt, plötzlich gehöre ich dazu, die neue Kamera mit dem potenten Tamron-Tele macht es möglich, auch ohne Presseausweis. Einige postieren
sich  -  ganz so als seien sie die neuen Insassen  -  hinter die Gitter der Gefängniszellen des Folterzentrums, schon in Erwartung spektakulärer Fotos.

Der Fotograf der Reuters-Agentur wird mir später auf dem großen Display seiner Superkamera stolz sein Starfoto zeigen: „Köhler und Gattin hinter Gittern  -   das Foto geht um die Welt“, ist er sich sicher.

Aber auch ich habe meinen Köhler auf den Chip gebannt, wenn auch ohne Gitter.

Martín führt die Präsidentengruppe kurz durch die Museumsräume, erklärt leidenschaftlich. Wie oft wohl hat er schon die Funktion der berüchtigten „pileta“  beschrieben, jener paraguayischen „Spezialität“, bei der die Opfer in eine Wanne mit Fäkalien getaucht wurden  -  bis kurz vorm Ersticken? Martín hat diese Tortur mehr als einmal erlebt. Und überlebt. Jetzt steht der deutsche Bundespräsident vor dieser Wanne, dem Original, und er ist sichtlich betroffen.

In der anschließenden Gesprächsrunde, an der „wir“ von der Presse stehend teilnehmen dürfen, berichten einige Überlebende von ihren Leiden in jener Zeit, die in Paraguay still zu stehen scheint, und von den Opfern aus ihren Familien.

Besonders eindrucksvoll Idalina Tatter, deutschstämmige Ehefrau von Juan Tatter, einem der zahlreichen „Verschwundenen“ von damals. Sie spart nicht mit sehr konkreten, fast peinlichen, Vorwürfen an die Adresse Deutschlands, dessen wechselnde Regierungen allzu lange das Stroessner-Regime und seine Untaten geduldet, und dessen Botschaften fast überall in Südamerika nicht nur Hilfen für Opfer verweigert haben, sondern oft sogar Komplizen der Diktatoren waren. Die fehlende Unterstützung wird besonders bitter mit dem Namen des ehemaligen deutschen Außenministers Genscher verbunden. Sie verlangt mehr Kooperation der deutschen Seite, z. B. die Herausgabe von Dokumenten über die „Operación Condor“, jener teuflischen Zusammenarbeit der Geheimdienste im südlichen Südamerika. Diese für die Aufklärung der Verbrechen so wichtigen Papiere schlummern noch im Kanzleramt in Berlin.

Köhler hört aufmerksam zu.

Er wird dann von Idalina Tatter ohne diplomatische Umschweife aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass ein in Nürnberg anhängiges Verfahren gegen die Täter endlich in Gang kommt. Trotz drückender Beweise zum Verschwinden einiger deutscher Staatsangehöriger  werde es von dem deutschen Gericht weiter liegen gelassen.

Später sagt uns die engagierte Witwe, wie immer mit dem Schild mit Foto und Namen ihres verschleppten Mannes um den Hals: “In meinem Alter und nach diesem Leben ist Diplomatie ein Fremdwort für mich.“

Köhler verspricht eine persönliche Initiative in dieser Angelegenheit:

“Von Deutschland aus wollen wir dazu beitragen, dass nie vergessen wird, was hier passiert ist. Ich möchte Sie ermutigen, Ihre Bemühungen zur Aufklärung der begangenen Verbrechen nicht aufzugeben.“

Zum Schluss spricht Martín Almada, geißelt scharf die paraguayische Justiz bis hin zum Obersten Gerichtshof, den er als parteiisch sowie wirtschaftlichen und politischen Interessen gehorchend bezeichnet. Er erläutert Parallelen in der deutschen und paraguayischen Geschichte und fordert gerade deshalb mehr deutsche Kooperation, verlangt die Herausgabe von Akten und ebenfalls die längst fällige Eröffnung des Verfahrens in Nürnberg, seit 1998 anhängig, zur Klärung des gewaltsamen Verschwindenlassens deutscher Staatsbürger im Rahmen der Operation Condor.

Aber Martín zeigt sich wie gewöhnlich  optimistisch im Blick auf die Zukunft. Dazu zählt für ihn auch das Vorhaben, in der Landwirtschaftsschule in Juan de Mena eine Solaranlage einzurichten, u.a. für eine kommunale Radiostation, welche die ökologischen Praktiken der Schule verbreiten soll.

„Herr Präsident, dies wird die erste mit Sonnenenergie versorgte Schule Paraguays sein!“ Das zu hören freut uns natürlich besonders, denn:

Almadas Solarstiftung, die deutsche Botschaft in Asunción, unsere langjährigen Partner vom „Zentrum für ländliche Entwicklung“ und wir als Paraguay Initiative werden dieses Projekt bald gemeinsam in Angriff nehmen.

Almada bedankt sich für die Hilfen und die Solidarität vieler Bürger und einiger deutscher NGO´s (wie der Kempener PPI), u. a. für die Finanzierung eines Museologen, der einige Monate das Team im „Museo de la Memoria“ beraten wird. Es ist jener junge Museumswissenschaftler Albert, der uns bei Martíns Besuch so eindrucksvoll durch das Kölner Gestapo-Museum geführt hatte. Den Kontakt und den „Auftrag“ nach Paraguay konnten wir vermitteln.

Abschied, Austausch von Geschenken (u. a. überreicht Martín Almada dem Bundespräsidenten eine CD mit Liedern, die er in seiner 3jährigen Haftzeit geschrieben hat), Köhler umarmt die Witwe Tatter, trägt sich noch ohne Hast  -  die vorgesehene Zeit ist längst überschritten  -  ins Gästebuch des Museums ein.

Wir lesen später nach: 6. März 2007

Ich bin froh, dass ich im Museum der Erinnerung mit Opferangehörigen und Zeitzeugen zusammen treffen konnte. Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist eine unverzichtbare Voraussetzung, um den Weg in eine gute Zukunft zu beschreiten. Für diesen Weg steht Deutschland an der Seite Paraguays.

                                                                                                       "Horst Köhler“


Und jetzt noch schnell ein Bild von der Abschiedsrunde! Die „Kollegen“ von der Presse sind mir in Sachen Durchsetzungsvermögen weit voraus. In meiner Ungeschicklichkeit streife ich mit meinem Kameragurt das Haupt des vor mir sitzenden Dr. Steiner, Mitglied unseres Bundesgerichtshofes. Der nimmt es gelassen, aber der bislang stoische Gesichtsausdruck des deutschen Gorillas neben mir wird auf einmal lebendig, und auch seine Hände bewegen sich plötzlich, packen mich und stoßen mich unsanft zurück. Sehr undiplomatisch  -  und ziemlich schmerzhaft. Ich grinse ihn scheinheilig an und zahle es ihm mit spanischen Kraftausdrücken heim. Gott sei Dank versteht er nichts, und sein Gesicht wird wieder zur Maske.

Dann geht alles sehr hastig wie zu Beginn, im Eilschritt raus aus dem Museum, Luise Köhler kommt kaum mit (eine Museumsangestellte: “Warum hat die Frau bei der Hitze denn diese Wolljacke an - die Arme!“), die Bullen sichern routiniert das Einsteigen des Präsidentenpaares in ihre schwarzen Limousinen, wobei  einige noch im Anfahren filmreif „zusteigen“  -  und der Spuk ist vorbei.

Die Dame von der Deutschen Welle, Herr Kunath, Korrespondent der Frankfurter Rundschau und Herr Breker vom Deutschlandfunk: Kein großartiger Austausch unter Kollegen, jede(r) für sich und für sein Medium.

Der Deutschlandfunker hatte mich um Kontakt für ein Interview mit Martín Almada gebeten, da habe ich nach seiner Ansicht wohl versagt, und beim Rausgehen raunte er mir grußlos zu:“ Das war ja wohl nix ...“

Abschied von den ebenso erschöpften wie erleichterten Almadas, die schon wieder die Koffer packen für eine Spanienreise. „Wir sind sehr froh und zufrieden und hoffen, dass dieser Besuch unserer schwierigen Arbeit hier im eigenen Land hilft.“

Und, wie ein Kommentar zu diesem Seufzer, kommen die martialischen Typen von der „Comisaria Tercera“ auf der anderen Seite lässig über die Straße geschlendert und auf uns zu. Was wollen die denn auf einmal? Wohl nur sagen: Wir sind auch noch da ...

Zum Schluss noch zwei „Dönekes“ zum Staatsbesuch, weiblicher Teil:


Nummer 1: Frau Köhler besucht eine soziale Einrichtung, unten am Paraguayfluss. Anstrengendes Programm bei glühender Hitze. Sie bittet um ein Glas Wasser.

Aber natürlich, sofort, Frau Präsidentin, wir holen eben ein Glas ....

Aber es gibt keine Gläser, kein einziges  -  die sind nämlich gerade geklaut worden!

Disculpe, perdón, Frau Präsidentin, wir haben im Moment nur diesen Plastikbecher.

Und Luise Köhler trinkt aus einem Plastikbecher. Paraguay live.

Nummer 2: Frau Köhler besucht auch die Vorzeige – „Indianer“ vom Stamme der Macá auf der Flussinsel im Rio Paraguay. Reden, Tänze, ein bisschen Folklore, Geschenke ....

Geschenke? Ja, auch Luise Köhler hat eine Gabe mitgebracht, sie übergibt dem Häuptling 750 (siebenhundertfünfzig) Euro.

Die Zeitung „ABC Color“ am nächsten Tag:

„.....Die Erste Dame der Bundesrepublik Deutschland übergibt den Macá – Indígenas die Summe von 750 Euros. Das entspricht einem Mindestlohn in ihrem Land.“

Ausbildungszentrum für ländliche Entwicklung (CCDA)

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Kinderstation Hospital Barrio Obrero

Fundación Celestina Pérez de Almada

Padre Oliva - Bañados del Sur

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