Sie sind bei : “Partner und Projekte” - Projektpartner „Ausbildungszentrum für ländliche Entwicklung“ (CCDA)
Campesinos besetzen einen Großgrundbesitz
Das „Ausbildungszentrum für ländliche Entwicklung“ (CCDA) , unser ältester Projektpartner in Paraguay, ist hervorgegangen aus Campesinoorganisationen, die schon in Zeiten der Diktatur gegen Unterdrückung und für das Recht auf ein eigenes Stück Land gekämpft haben - mit Mut, List und vielen Opfern, aber am Ende erfolgreich.
Inzwischen ist CCDA eine anerkannte Nichtregierungsorganisation, die Kenntnisse in ökologisch – alternativer Wirtschafts- und Lebensweise auf dem Land vermittelt. Dabei wird CCDA auch von MISEREOR unterstützt. Geografischer Schwerpunkt der Arbeit von CCDA ist der Distrikt Juan de Mena, ca. 150 km nördlich der Hauptstadt Asunción. Dort, in der Siedlung Regina Marecos, befindet sich auch die „Ökologische Landwirtschaftsschule San Juan“. 80 Mädchen und Jungen lernen hier Methoden einer ökologischen, nachhaltigen Landwirtschaft, um auf dem Land (über)leben zu können, statt im Elend der Städte zu landen, wie so viele ihrer Altersgenossen. Es sind Söhne und Töchter der in einer Kooperative zusammengeschlossenen Campesinos, ihre Eltern haben mit ihrem Kampf die Voraussetzung für diese hoffnungsvolle Entwicklung geschaffen.
Gesundes Essen für 80 Schüler
Wir haben den Werdegang dieser Siedlung und ihrer Menschen seit über 10 Jahren mit zahlreichen Hilfsprojekten solidarisch begleitet, die Schule ist gemeinsames Projekt von CCDA und PPI. Schulen aus unserer Region haben ihren paraguayischen Altersgenossen kräftig unter die Arme gegriffen.
Unsere Hilfen bestanden in der Übernahme von Lehrergehältern, Förderung von Lernprojekten, Lehrmaterialien, Renovierung, Bau eines Lehrerhauses u.v.m. Der Ausbau der Schule war das bisher größte Projekt, bei dem das Bundes- ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Ko-Finanzierung übernahm. Auch bei dem Projekt „Errichtung einer Verarbeitungsanlage für organischen Zucker“ ist das BMZ unser Finanzpartner. Diese kleine Fabrik wird von Schulabgängern der Landwirtschaftsschule und Mitgliedern der Kooperative errichtet und betrieben. Endlich sollen auf diese Weise die mehr als dürftigen Einkommen der Familien von Regina Marecos steigen, um ein menschen -würdiges Leben zu ermöglichen.
Ernährungssicherheit ....
...statt Kahlschlag durch Monokultur
Das Projekt „Landwirtschaftsschule San Juan“ ist exemplarisch für Paraguay: Autonomes kleinbäuerliches Wirtschaften hat als Hauptziel die ausreichende regionale Selbstversorgung und ist Gegenentwurf zu einer entfesselten Agrargroßindustrie (z. B. im Falle der genmanipulierten Soja). Professionell und engagiert für die eigenen Belange arbeiten und sich gleichzeitig politisch aktiv für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen - das ist das Credo unserer Partner und der 150 Campesinofamilien.
Ihrem Engagement gilt weiterhin unsere Solidarität.