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Projektpartner Padre Oliva ist Jesuitenpater in den Bañados del Sur

Projektpartner Padre Oliva ist Jesuitenpater in den „Bañados del Sur“, den südlichen Überschwemmungsgebieten am Rio Paraguay, wo die Allerärmsten der Hauptstadt „wohnen“. Die Bañados werden beherrscht von der riesigen Müllhalde der Hauptstadt, auf der ein Heer von Sammlern und Recyclern  -  unter ihnen auch viele Kinder und Jugendliche  -  unter miserablen, vor allem ungesunden, Bedingungen Müll sortiert.

Wenn sie die einzelnen Abfallklassen schön säuberlich trennen und eine ansehnliche Menge zusammen haben, ist der Tag meist rum und ihr Verdienst mager, den sie an der Abgabestelle von den Müllgeschäftemachern kassieren, die sie übers Ohr hauen. Trotzdem: Lieber einen Hungerlohn verdienen als gar nichts, die Müllmenschen der Bañados haben ihre Ehre und führen ihr schmutziges Handwerk mit Würde aus. Bei so manchen Kundgebungen im Zentrum von Asunción sieht man sie ihre Forderungen lautstark und diszipliniert verkünden, denn sie haben sich so organisiert, dass manche größere und bedeutendere Gruppe sich ein Beispiel an ihnen nehmen kann.

In den letzten Jahren wollen sie auch nicht mehr „besichtigt“ werden wie Zootiere, sie versperren den neugierigen Presseleuten oder den paar Touristen den Zutritt zu dieser „Attraktion“ Paraguays. Einen haben sie an ihrer Seite, der ihre Interessen und ihre Würde vertritt, als seien es seine eigenen: „Paí“ (Väterchen) Oliva, spanischer Jesuitenpriester, seit Jahrzehnten in Paraguay tätig, lebt in bescheidensten Verhältnissen mit in ihrem „Barrio“, dem Elendsviertel der Bañados.

Oliva ist vor allem Lehrer der Armen  -  mit regelmäßigen 4 Unterrichtsstunden am Tag, ein enormes Pensum für eine 80jährigen: Er hat ein „Parlamento Jóven“, ein Jugendparlament, gegründet, in dem Jugendliche praxisnah „Politik lernen“ und sich einmischen. Daneben übt er mit seinen „Mil Solidarios“, den Tausend Solidarischen Jugendlichen, konkrete Nächstenliebe nach dem Motto: Es gibt immer noch Bedürftigere als mich. Ganz nebenbei schreibt er täglich aufrüttelnde Glossen in den wichtigen Papiermedien des Landes, darin kritisiert er pointiert die Mächtigen und entlarvt die Amoral der Reichen. Wir haben Pater Oliva vor fünf Jahren kennen gelernt und verfolgen seine Arbeit mit den Elenden aus den Bañados mit großer Anteilnahme.

Wir haben gelegentlich mit Geldspenden ausgeholfen, wenn er einen dringenden Appell an uns richtete. Zuletzt haben wir ein Projekt mit finanziert, das Olivas Schützlingen juristischen Beistand gewährt, wenn korrupte Richter deren Notlage und Mittellosigkeit ausnutzen und sie in den Ruin treiben.

Oft ist es auch die Polizei, die Jugendliche, welche  straffällig geworden sind, brutal misshandelt und erpresst, zum Beispiel indem sie gewaltsam die Herausgabe von Diebesgut verlangt.  Ihnen steht jetzt eine kundige und mutige Rechtsanwältin zur Seite, um ihre Interessen zu vertreten.

Das Rechtshilfeprojekt ist zunächst für ein Jahr angelegt.

Wir wollen Pater Oliva weiter bei seiner Arbeit begleiten und Hilfestellung geben.

Foto: Francisco Oliva schätzt Hans Küng sehr

Francisco Oliva schätzt Hans Küng sehr

Foto:  Leben und arbeiten im Müllviertel

 Leben und arbeiten im Müllviertel

aktualisiert am 24.09.2017
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